Biokunststoff AGRIPLAST / Quecksilber-Emissionen / Biodiversität / RAL6010 / Bolsa familia / BMZ und Dekade / Naomi Klein / Kinder und Naturwissen / Grüner Zement / künstliche Farbstoffe + Hyperaktivität / Hessen Nachhaltigkeitsstrategie.
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Übermittelt von: Admin   Datum: 24-05-2010 12:33
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"Plastik von der Kuhweide". Die Biowert Industrie GmbH in Brensbach im Odenwald betreibt eine weltweit einzigartige Grasraffinerie.
Die Firma bezieht u.a. von den Bauern aus der Umgebung das Wiesengras. Es wird Biogas und Strom erzeugt, Dünger produziert, der an die Bauern zurückgeht, aus den Grasfasern wird ein Dämmstoff erzeugt, aus dem Zellulose-Granulat wird ein Biokunststoff hergestellt.
Quelle: Starkenburger Echo v. 9.8.2014
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Quecksilber-Emissionen. Braunkohle- und Steinkohlekraftwerke in Deutschland stoßen nicht nur weiter Co2 aus, sondern auch viel zu viel Quecksilber. Das giftige Schwermetall ist für Schädigungen des Nervensystems und des Immunsystems und für Herz/Kreislauf-Erkrankungen verantwortlich. 50 Kohlekraftwerke müssten in Deutschland abgestellt werden, sie überschreiten den Grenzwert von 30 mg (USA 4,1 mg !) bis zu 505 mg!!! (lt. Studie, FR v. 2.5.14)
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Biodiversität: Deutschland negativer Spitzenreiter: 27 % aller heimischen Pflanzen- und 36 % aller Tierarten sind in Deutschland gefährdet, laut NABU. Dazu:
- 2011 bis 2020 UN-Dekade der biologischen Vielfalt .
- Vom Verstummen der Welt. Wie uns der Verlust der Artenvielfalt kulturell verarmen lässt. Von Marcel Robischon. oekom Verlag, München 2012
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"RAL6010" - das neue monatliche Magazin der Frankfurter Rundschau für Verantwortung und Nachhaltigkeit, erste Ausgabe: 1.6.2012. RAL6010 ist der Industrienorm-Code für die typische Farbe "grasgrün" der FR. Das neue Magazin will "von Menschen berichten, die sich für den Erhalt unseres Planeten einsetzen, Geschichten von großen Visionen, von konkreten Projekten und den Kleinigkeiten, die das Leben schöner machen, erzählen." Na dann! Das zugehörige Online-Portal ist
< www.ral6010.de >
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Auf der Sitzung des 8. Runden Tisches der UN-Dekade BNE am 28.11.2011 in Berlin erwähnte Prof. Dr. Dr. Franz Josef Rademacher, u.a. Mitglied des Club of Rome, das Projekt des früheren Präsidenten von Brasilien Lula: "Bolsa Familia": ein monatliches Grund-Lebensmittelpaket für arme Familien, Bedingung zum Erhalten: - Die Familie muss ihre Kinder auf die Schule schicken, - und sie muss ihre Kinder impfen lassen. Ein "intelligentes" Projekt für die Umsetzung der UN-Millenniumsziele!
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"Entwicklungspolitik: Ministerium vergisst Dekade"
Das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) unter Minister Dirk Niebel/FDP hat eine neue Strategie vorgelegt: "Nachhaltige Entwicklung in Entwicklungs- und Schwellenländern durch Bildung - Der Beitrag der deutschen Entwicklungspolitik". In den 10 Zielen für 2013 wird die UN-Dekade BNE nur einmal in einer Fußnote (S.5) erwähnt! Der "bisherige Zuschnitt auf Primarbildung" wird kritisiert,"private Investitionen in bilaterale Förderung" wird hervorgehoben: wie das alles mit den UN-Dekade-Zielen zusammenpasst, ist Niebels Rätsel.
Quelle: umwelt aktuell, 06.2011, Seite 40
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Naomi Klein: Ein Loch in der Welt.
Wir lernen alles über die Kreisläufe der Natur, während und indem wir sie vergiften - eine verkehrte, verdrehte Logik.
Naomi Kleins Gedanken über das BP-Desaster mit dem Ölleck im Golf von Mexiko: "Es ist das Gefühl, dass das Loch auf dem Grund des Meeres mehr ist als nur ein technischer Unfall oder ein kaputt gegangener Apparat. Es ist eine offene Wunde in einem lebenden Organismus, der ein Teil von uns selbst ist."
in: Süddeutsche Zeitung, 12.7.10, S. 13
Von der kanadischen Journalistin Naomi Klein ist das Buch: "Die Schock-Strategie. Der Aufstieg des Katastrophen-Kapitalismus". S.Fischer Verlag, 2007
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"Im Westen geht die Sonne auf"
Studie: Kinder mit wenig Naturwissen / Initiatoren beklagen 'erschreckende' Ergebnisse
Seit 15 Jahren führt Reiner Brämer, Universität Marburg, diese Studie durch. Das "Bambi-Syndrom" und die "lila Kühe" kennt man daher. 3000 11-bis 15-Jährigen aus sechs Bundesländern wurden 150 Fragen zur Natur gestellt: von H-Milch über Hühnerei, Hirschkalb, Hagebutte bis Handy. "Eine erschreckende Naturvergessenheit", "bedenkliche Ergebnisse zum Thema Nachhaltigkeit", so die Bilanz. Begleitende Umfragen Marburger Studenten bei Erwachsenen ließen ähnliche Tendenzen erkennen. Oh jemineh!
Bergsträßer Anzeiger, 11.6.2010
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'Grüner Zement' könnte schon bald die Umwelt schonen
Klimaschutz: Bei der Herstellung von herkömmlichem Zement wird viermal soviel CO2 freigesetzt wie durch den weltweiten Flugverkehr. Karlsruher Wissenschaftler (KIT) haben jetzt ein Verfahren entwickelt, das die Emissionen drastisch reduzieren könnte.
...Das Produkt heißt "Celitement"; ab 2011 sollen 100 kg täglich produziert werden; es könnte sich bis in 8-10 Jahren auf dem Markt behaupten. "Wenn wir wegen unseres Beitrages zum Klimaschutz politische Unterstützung erhalten, könnte es vielleicht schneller gehen." !!!
Bergsträßer Anzeiger, 22.5.2010
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Künstliche Farbstoffe machen Kinder hyperaktiv
Produkte wie Süßigkeiten, Kuchen, Kekse, und Speiseeis mit den künstlichen Azo-Farbstoffen E102, E110, E122, E124, E129 sowie dem umstrittenen Farbstoff Chinolingelb E104 müssen ab 20.Juli 2010 einen entsprechenden Warnhinweis tragen: "Kann sich nachteilig auf die Aktivität und Konzentration von Kindern auswirken".
Azofarben werden aus Anilin hergestellt. Dieses wird aus Erdöl gewonnen und gilt als krebserregend. Im Körper können einige der Farbstoffe auch durch Enzyme wieder zu Anilin abgebaut werden.
(nach einer englische Studie laut einer dpa-Meldung)
Frankfurter Rundschau, 1./2.4.2010
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Kritik am Klimaschutz. Grüne sehen die Initiativen der Regierung gescheitert
<Aus der Sicht der Grünen ist die hessische Landesregierung mit ihrer „Nachhaltigkeitsstrategie“ bislang gescheitert. Die Ergebnisse der Kampagne für mehr Klimaschutz seien dürftig. ...
Nach eineinhalb Jahren hätten sich für das Projekt „100 Kommunen für den Klimaschutz“ nur 49 angemeldet und eine Charta zum Klimaschutz unterzeichnet, kritisierte Hammann. Noch schlechter sehe es bei „100 Unternehmen für den Klimaschutz“ aus: derzeit nur 7 Teilnehmer. Auch bei den Schulen bestehe wenig Interesse, sich zu Einsparung von zehn Prozent CO2 zu verpflichten. Für den Teil der Nachhaltigkeitsstrategie, der sich der Artenvielfalt in Hessen widmet, sei noch gar kein Partner gefunden. ...
Wenn das Engagement der Landesregierung beim Klimaschutz derart dürftig bleibe, werde Hessen statt eine Vorreiters das Schlusslicht unter den Bundesländern sein. ...
Der Sprecher des Umweltministeriums wies die Grünen-Kritik zurück; „Die Nachhaltigkeitsstrategie ist ein hessisches Erfolgsmodell.“ 650 Akteure arbeiteten mit großem Engagement in Projekten, zwei Jugendkongresse mit über 200 Teilnehmern hätten konkrete Ergebnisse gebracht. ...
Frankfurt Rundschau, 10.3.10
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