Beschreibung des Projekts mit Übersicht zu den Malern
Autor: Hermann Schnorbach
Übermittelt von: Admin   Datum: 30-04-2010 13:35
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Das Projekt Kunstverschmutzung


Im Rahmen eines Projekts „Wiese erleben - Wiese schützen“ stellten die Schülerinnen und Schüler der Projektgruppe auf dem Weg in die Stadt, wo sie Interviews durchführten, fest, dass überall am Weg entlang weggeworfener Müll lag. Das brachte sie auf die Idee, diesen Zustand mit den bekannten Gemälden berühmter Maler zu vergleichen, die früher Natur- und Landschaftsbilder gemalt hatten. Diese Bilder waren in der Vorphase der Projektwoche als Kunstausstellung im Schulgebäude zu sehen gewesen. Vor allem in dem bekannten Gemälde „Klatschmohn“ von Claude Monet entdeckten die Kinder, dass der Maler keinen Müll am Weg und im Feld gemalt hatte. Müll gab es damals keinen. Die Bilder von Albrecht Dürer, Claude Monet, Pierre-Auguste Renoir, Alfred Sisley, Paul Gaugin, Vincent van Gogh, August Macke und Friedensreich Hundertwasser sind einfach schön, sie zeigen die heitere und saubere Natur.

Aber wie sieht es heute aus? Klaus Staecks Idee, Collagen herzustellen, stand Pate (vgl. Hollstein, S.144 f.). Aber wir wollten bei unseren Bildern den wirklichen Müll benutzen, der tatsächlich am Weg lag. Es sollten echte Müll-Kunstwerke werden. Und die Motive für die Gemälde von damals gibt es heute noch fast genau so. So machten wir zusätzlich Fotos von den gleichen Motiven in und um Lampertheim: der Blick über die Felder mit dem Kirchturm, der Garten, der Weg am Rheinufer, der Park, die Mohnblüten am Weg, der Spitzwegerich. Für die Plakate wurden Holzleisten gesägt, lasiert und geschraubt, und die Mülldinge, die wir gefunden hatten, wurden rund um das Gemälde herum aufgeklebt und befestigt. Dazu kamen noch Informationen über den Künstler und das Foto mit dem gleichen Motiv wie das Gemälde.

Als Titel erhielt unsere Ausstellung den Namen:
“Umweltverschmutzung – Kunst / Umwelt – Kunstverschmutzung”

Die Kunstausstellung wurde sehr gelobt und weiterempfohlen und nach der Projektwoche mehrmals in ganz unterschiedlichen Zusammenhängen ausgestellt, z.B. in der Stadtbücherei Lampertheim, im Naturschutzzentrum Bensheim, bei einer Sitzung der AG Grundschule des Programms „Transfer 21“ in Saarbrücken, bei einer Lehrerfortbildung zum Thema Schulgarten in der NAH in Wetzlar und bei einer Fachtagung der ANU in Frankfurt am Main. Die CD "Teil 4 - Zukunft gestalten lernen: Ein Kaleidoskop guter Ideen" der Grundschulmaterialien des Programms „Transfer 21“ enthält die Beschreibung und weitere Texte dieses Projekts, leider jedoch keine Bilder.

Literatur:
Vivian Russell: Monet und seine Landschaften. München 2001
Gudrun Hollstein: Pflanzenkenntnis als Teil der Umweltbildung. Grundlagen und Vorschläge für den Sachunterricht in der Grundschule. Hohengehren 2002


Folgende Gemälde wurden benutzt:

Albrecht Dürer: Das große Rasenstück
Camille Pisarro: Frühlingssonnenschein auf der Wiese in Eragny
Alfred Sisley: Kleine Auen im Frühling
Claude Monet: Klatschmohn
Pierre-Auguste Renoir: Aufwärts führender Weg durch hohes Gras
Paul Gaugin: Die Mühle
Vincent van Gogh: Blühender Obstgarten mit Blick auf Arles
August Macke: Gartenbild
Friedensreich Hundertwasser: Singender Vogel auf einem Baum in der Stadt.


Die Maler und ihre Bilder – Kunsthistorische Anmerkungen

Die folgende Tabelle bietet eine Übersicht und ergänzendes Wissen über die Maler, deren Bilder für die Kunstausstellung verwendet wurden. Die Bilder wurden danach ausgewählt, ob sie ein Stück Wiese oder ein Stück Natur zeigten, das in sichtbarem Zusammenhang mit dem Projektthema „Wiese“ stand. Die Tabelle beansprucht keine kunstgeschichtliche Vollständigkeit. Zuerst wird das große benutzte Bild zitiert, dann weitere bekannte Bilder des Malers.

REFORMATION:

Albrecht DÜRER, 1471–1528, deutscher Maler, aus Nürnberg: Das große Rasenstück, 1503 / Feldhase, 1502 / Selbstbildnis, 1509 / Betende Hände, 1508 / Das kleine Rasenstück / Akeleistock / Die 3 Heilkräuter.
A.D. malte im „Großen Rasenstück“ ein scheinbar bedeutungsloses Stück Natur bis ins kleinste Detail naturgetreu nach.

IMPRESSIONISMUS:

Die Gemälde zeigen die heiteren Seiten unseres Lebens. Die Maler geben sich natürlich. Ihre Anschauung der Welt ist einfach und unmittelbar. Für das Malen gelten keine Regeln.
„Malt, was ihr gerade seht oder empfindet!“ (Paul Cezanne)

Camille PISSARRO, 1830–1903, französischer Maler: Frau in einem Obstgarten Frühlingssonnenschein auf der Wiese in Eragny, 1887 / Einfahrt ins Dorf Voisins, 1872.
Edouard MANET, 1832–1883, französischer Maler
Edgar DEGAS, 1834–1917, französischer Maler
Paul CEZANNE, 1839–1906, französischer Maler
Alfred SISLEY, 1839–1899, englischer Maler: Kleine Auen im Frühling, 1885 / Schnee in Louveciennes, 1878 / Hoschedés Garten, 1881 / Allee.
Claude MONET, 1840–1926, französischer Maler: Klatschmohn, 1873 / Frühlingsfeld, 1871 / Die japanische Brücke Seerosenteich, 1899 / Seerosen, 1899 / Madame Camille Monet mit Kind im Garten / Sentier Ile Saint-Martin.
Pierre-Auguste RENOIR, 1841–1919, französischer Maler: Aufwärtsführender Weg durch hohes Gras, 1875 / Die Lesende, 1876 / Seine bei Chatou, 1880.
Paul GAUGIN, 1848–1903, französischer Maler: Bretonische Landschaft Die Mühle, 1894 / Bretonische Bäuerinnen, 1894 / Arearea Frauen in Tahiti, 1892 / Frauen auf Tahiti-Am Strand, 1891.
Vincent van GOGH, 1853–1890, holländischer Maler: Blühender Obstgarten mit Blick auf Arles, 1889 / Vase mit Sonnenblumen, 1888 / Selbstbildnis, 1889 / Ein blühender Pfirsichbaum, 1888 / Rosa blühender Pfirsichbaum, 1888 / Der Sämann, 1888 / Iris Schwertlilien, 1889 / Sonnige Wiese bei Auvers, 1890.

EXPRESSIONISMUS:

Ausdrucksstarke Farben.

Paul KLEE, 1879–1940, schweizer-deutscher Maler: Burggarten, 1919 / Landschaft mit gelben Vögeln, 1923 / Der Goldfisch, 1928 / Burg und Sonne, 1928 / Flora auf Sand, 1927 / Park bei Lu.
Franz MARC, 1880–1916, deutscher Maler: Blaues Pferd, 1911 / Gelbe Kuh, 1911 / Fuchs, 1911.
August MACKE, 1887–1914, deutscher Maler: Gartenbild, 1911 / Sonniger Weg, 1913 / Blick in eine Gasse Tunesien, 1914 / Landschaft mit 3 Mädchen / Gartentor, 1914.

JETZT, UNSERE ZEIT:

Friedensreich HUNDERTWASSER, 1928–2000, österreichischer Maler: Singender Vogel auf einem Baum in der Stadt, 1951 / Hundertwasserschule (Martin-Luther-Gymnasium) in Wittenberg / Irinaland auf dem Balkan, 1971.
Seine bunten Bilder sind durch weiche Naturformen und Spiralen geprägt. Die gerade Linie wollte er verbieten. Friedensreich Hundertwasser kämpfte für ein Leben in Harmonie mit der Natur.
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Siehe auch:
www.transfer-21.de >Materialien >Grundschule >Zu den Inhalten der CD >Projekte >Kunstverschmutzung.
Claude Monet ist hier wenigstens als eines der Kunstverschmutzungs-Beispiele wiedergegeben. Bilder der anderen "Kunstwerke" können beim Autor nachgefragt werden.